13 07 2010

Im soundeck-Rückspiegel: Ska Jah

Filed under: rückspiegel — christoph @ 01:10

Donnerstag, 8. Juli:  Roots Rock Reggae aus Weilheim

Ska Jah im soundeck

Rein optisch war die Sache schon geklärt, noch bevor der erste Ton gespielt wurde: Rasta is de future, also, wenigstens die allernächste Zukunft im Sonnendeck. Die “soundeck”-Reihe stand kurz vor ihrer Feuertaufe, die gar nicht so kleine Vierquadratmeterbühne ward errichtet, und schon blickte der Reggae-Pate höchstselbst, Bob Marley, nachdenklich in die Menge. Genau genommen tat das sein Konterfei, das sich die Weilheimer Reggae-Haudegen Hansi Rohm und Tobi Klattig, die Kernbesetzung von Ska Jah, in Form einer Flagge über den Keyboardständer gehängt hatten. Kurz darauf drangen chillige Off-Beats und luftige Saxofon-Klänge durch die Pöltner Straße und wehten bis vor zum Weiheimer Kirchplatz: die soundeck-Reihe war mit dem ersten Song, pardong, dem ersten Akkord, aus der Taufe gehoben. Und es darf durchaus von einem kleinen, aber feinen Erfolg gesprochen werden: Ein wunderbar warmer Sommerabend, ehrlicher Unplugged-Reggae von fünf äußerst versierten Musikern, sehr angenehmes Sachverständigen-Publikum und drei Veranstalter, die sich wie die Schnitzel freuten. Zum Beispiel über so kleine Momente wie: “Der spricht mir aus der Seele, Mann!”, gesagt von der relaxed zurückgelehnten Dancehall-DJ-Prominenz, dem Selectah Chrischi, der es sich höchstselbst gegenüber der Bühne bequem gemacht hatte und an den bairischen oder englischen Lyrics von Hansi Rohm ordentlich Gefallen fand. Und selbst unser Chef strahlte angersichts des eineinhalbstündigen Roots-Reggae-Reigens vor angetanem Publikum aus jedem Knopfloch: Einen tiefenentschleunigten Abend nannte er den Soundeck-Auftakt – und dem ist eigentlich nix hinzuzufügen. Das Konzept, das bisher nur in unseren Köpfen funktioniert hat, hat Gestalt angenommen und funktioniert hunderprozentig so, wie wir uns das erhofft hatten. Vom freien Eintritt bis zum angenehmen Donnerstagabend-Event bis hin zur fairen Hutspende. Keine Ecken, keine Kanten, eine runde Sache. Klar, dass wir die kommenden Abende jetzt erst recht gar nicht mehr erwarten können und uns recht dringend wünschen, dass sie genauso schön verlaufen wie dieser erste Abend.

Flo, Major, Sarah & Christoph


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